„Rykarda Parasol: Diese Frau könnte Dein
Leben verändern.
Aber zurück. Zu unserer ersten Begegnung, wenn
man so will. Stell dir vor: Man sieht sie dort stehen,
auf der Bühne. Ihr Charisma ist fast zu greifen.
Stilvoll ist gar kein Ausdruck. Sie macht keine Fisimatenten.
Sie steht da und spielt. Und singt. Mit dieser Stimme.
Oder besser: Mit diesen Stimmen. Sie singt maliziös,
dramatisch-schön. Von diesen Dingen. Sie singt
von diesen Dingen auf eine Art, dass es dir vorkommt,
als begänne dein Leben erst gerade jetzt. In diesem
Augenblick. Du stellst alles in Frage, was du vorher
getan hast, vieles an was du glaubst. Du wirst gehäutet
und weißt nicht wie und warum und fragst dich
verzweifelt: Himmel und Hölle was macht die Frau
da? Und wie macht sie das nur?
Sie spielt einfach. Sie singt wie ein Skalpell im einen,
wie ein V8-BigBlock im nächsten Moment. Ihre Lieder
unterwandern dich – du fängst an zu grübeln.
Und dann holt sie die in diesem Moment einzig Sinn
ergebende Coverversion hervor, verdreht, geschunden:
Jeffrey Lee Pierce’s „She’s Like
Heroin To Me“. Volltreffer.
Ihre sehr weibliche Erscheinung, die an Kim Novak und
andere Hitchcock-Stars gemahnt, kontrastiert mit ihrer
dunklen, manchmal fast maskulin anmutende Stimme. Dass
mir da bloß niemand von „gefallenen Engeln“ schwadroniert,
bitteschön!
Ausdruck und Songwriting könnten musikalische
Vergleiche zu meinetwegen Nico oder mehr noch zu Nick
Cave, auch zu Black Heart Procession oder – jawohl – zum
altersweisen Johnny Cash heraufbeschwören. Doch
Rykarda Parasol ist eigen.
Ihren purpurdunklen 'Folk-Noir' nennt sie selbst „hinterhältig
und kriminell“. Nichts für zögerliche
Naturen und zaghafte Herzen. Ihre Songs sind wie filmische
Facetten angelegt, in denen es von
Betrug, Isolation, Trennung, von Entfremdung, Enttäuschung
und Tod nur so wimmelt
Nachdem sie mehrere Jahre abwechselnd in Los Angeles
und Texas gelebt hatte und letztendlich in ihre Heimat
San Francisco zurückkehrt war, startete sie ihre
Band. 2003 erschien die Ep „Here She Comes...“,
nun liegt mit mit „Our Hearts First Meet“ ihr
Debütalbum vor.
Rykarda Parasol ist übrigens kein Künstlername.
Sie heißt tatsächlich so.
Und sie könnte Dein Leben verändern.“ (Immylou
Coalminer)
SCARLATTI TILT bieten den Soundtrack für den Ausklang
einer Nacht mit „Portishead“ und „Nick
Cave“ .
AMANDA ROGERS & BAND
(USA)
BJOERN KLEINHENZ & BAND (SWE)
AMANDA ROGERS, diese grossartige Künstlerin wird
dieses Mal von ihrer hochkarätigen Band begleitet.
Mit „Heartwood“ hat sie ein phantastisches
neues Album im Gepäck, welches ihr vielleicht
bis jetzt bestes Werk ist.
Zuvor wird Björn Kleinhenz mit seiner Band seinem
Ruf als aussergewöhnlich guter Songwriter gerecht
werden.
Wir freuen uns!
“In the future” heisst das neue Album
der kanadischen BLACK MOUNTAIN und es ist ein Meisterwerk
geworden. Neben nach vorne peitschenden Rocknummern
gibt es hier ausschweifende Psychedelicstücke,
aber auch schon fast poppig anmutende Songperlen zu
hören, die das Universum der Band trefflich wiedergeben.
Abwechslungsreich und gekonnt präsentiert sich
hier eine Band, die musikalische Grenzen aufbricht
ohne ihren Stil zu verlieren. Ganz grosse Kunst und
vielleicht das besten Album des Jahres bislang. Live
soll das Ganze noch besser daherkommen, so dass diese
Veranstaltung ein Pflichttermin nicht nur für
Rockfreunde sein sollte.
THEE OH SEES aus San Francisco werden den Abend eröffnen.
Visions-Party feat.:
FOTOS (D)
THE GASLIGHT ANTHEM (USA)
CARTRIDGE (DK)
FOTOS
Britwave auf Deutsch, das hätte man vor zwei Jahren
kaum für möglich gehalten.
Dass es geht und zwar hervorragend, stellten damals
ein paar Hamburger klar.
„
Giganten“ in allen Ohren. Nötig gehabt hätten
sie es danach nicht, tiefer zu
schürfen, aber sie wollen und legen mit „Nach
dem Goldrausch“ einen Haufen
Songs nach, die mehr glänzen als glitzern. Doch
ob nun natürliche
Weiterentwicklung oder kalkulierter Mut zur runderen
Zackigkeit – auf der Bühne
bleiben Tom Hessler und seine Fotos der beste Grund,
sich in T-Shirt und
Turnschuhen davor zu stellen und alle Texte mitzuhüpfen.
CARTRIDGE
Ein bisschen sind Cartridge immer die Band, deren Namen
man nicht weiß. Die auf
der Bühne stehen und Songs spielen, die man längst
auswendig tanzen kann, und
doch kann man sich nie viel mehr als „dieses
Indiejungs aus Dänemark“ merken. Ist
aber auch schwer, wenn die schon einzeln so kompliziert
heißen. Mathias Wullum
Nielsen, Alex Phumoon Thomsen, Thomas Vesterbæk
und Niels Fibæk Bertel, wer
soll sich das schon merken. Stattdessen lieber abspeichern:
Nach Debüt-EP und
Debüt-Album („Nowhere Fast“ und „Enfant
Terrible“) sind die vier mit den
bemerkenswerten Gitarrenmelodien jetzt mit ihrem neuen
Album „Fractures“
unterwegs.
THE GASLIGHT ANTHEM
Kann es je genug rauen Folkpunk geben? Die Antwort
ist selbstverständlich Na-hein!
Und wer jetzt noch nicht an Hot Water Music und Konsorten
denkt, dem ist kein
Stück mehr zu helfen. The Gaslight Anthem sind
vier junge Männer aus New
Brunswick, die sich Blut und Tränen mit Nagelfeilen
in die Arme tätowiert haben,
ihre Zuhörer aber ganz ohne Anfassen zum Weinen
bringen. Bislang zeugt das Debüt
„
Sink Or Swim“ von ihrer zwischen klassischer
Songwriterkunst und krachiger
Kneipenseeligkeit geteilten Liebe zur Musik; schon
im Herbst erscheint der
Nachfolger.